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Möhrenbach



Alljährlich im Frühjahr und im Herbst trafen sich Jugendliche und Azubis aus den unterschiedlichsten Abteilungen des Baukombinates im Ferienobjekt Möhrenbach. Jahr für Jahr wurde es immer mehr zum kulturellen Gaudi und sportlicher Aktivität. So manch eine Liebe ist hier auch entstanden, oder man wurde sogar zum Lambadatänzer oder Kabarettmitglied.

Schon auf der Hinfahrt, meistens mit dem Zug, erzählte man sich untereinander welch tolle Vorbereitung getroffen worden sind um dieses Jahr der Sieger im Sport oder bei den Scetschwettbewerben werden zu wollen.

Die 3 Tage die uns zur Verfügung standen um uns untereinander näher kennenzulernen waren manchmal viel zu kurz um im wahrsten Sinne des Wortes eine richtige Schlacht untereinander abzuhalten. Man konnte es kaum erwarten entlich im Rampenlicht zu stehen um seine Talente zu beweisen.

Auch war es manchmal ganz schön schwierig, sich an wankende Zustände zu gewöhnen, denn man hatte sich manchmal übernommen und musste teilweise dann die ganzen tollen Momente irgendwo auf dem Clo verbringen oder im Bett mit rasenden Kopfschmerzen, ja so ist das halt mit dem lieben Alkohol.
Mir erging es einmal auch nicht anders, man musste mich stockdicht ins Bett tragen und das Ende vom Lied, ich habe alles verpasst. Das Ganze wegen einer Wette, das ich eine ganze Flasche Kräuter vertragen würde, dumm gelaufen. Das Zeug hat mich unter den Tisch gehauen obwohl ich eigentlich für den Sketschabend was ganz Neues vor hatte, eine Bademodenschau mit dem extra einstudierten Lambadatanz, oje, aber eine Schnapsleiche kann das nun mal nicht.

 

Unter vielen komischen Sketchen wo die Lachmuskeln so richtig strapaziert worden sind gab es natürlich auch immer wieder Sonderzulagen, die alle zum Toben brachten. Ich denke da nur an die Mahlzeiten wo auch so mancher als Einzeldarsteller einen Preis verdient hätte. Drei Beispiele: Einer holt für seinen Tisch ne ganze Kiepe Bier, fällt über seine eigenen Beine und schüttes das blonde Kühle einer Dame über den Kopf, naja, Bier macht zwar glänzende Haare, doch der Gestank und die Feuchtigkeit sind alles andere als glänzend. Immerhin waren es an die 50 Liter Bier, die da an der Dame herabrieselten, 2,5 Liter Krüge x 20 solcher Humpen! Alles jolte, aber der Dame war nicht zum lachen, was sicherlich auch verständlich ist.
Ein anderer wollte einen Kampf mit einem vermeintlich toten Fisch aufnehmen, dessen Zunge aus seinem Maul heraushing, eine Art Wettbewerb im Zungenknutschen, was meint ihr wer gewonnen hat? Nein, nicht der Knutschende sondern der vermeintlich tote Fisch, er lies den Gegner nicht los und biss ihm auf die Zunge, grins, und wieder war einer bloß gestellt, das sah aber auch urigst aus.
Ein weiterer wollte es zu genau nehmen und brach sich dabei den Daumen, wie? das ist schon sehr merkwürdig. Er war zum etwas größer machen auf der Toilette, konnte vermutlich durch starken Alkoholmissbrauch seine Hände beim Po abwischen nicht so richtig koordinieren und wollte das Missgeschick abschütteln, anstatt das Zeug los zu werden, haute er seinen Daumen mit voller Wucht auf die Brille und da war es auch schon passiert.
Man musste schon dabei sein um alles zu erleben, da könnte ich hier sonst einen Roman schreiben, es war alles irgendwie Bühnen- oder Olympiareif.
Bei dem Treffen gab es auch eine amerikanische Versteigerung, dessen Erlös floß dann in die Kinder- und Jugendarbeit, so z. Bsp. auch für das Kinderferienlager und es kamen immer ne Menge Groschen zusammen.

 

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